Die Geschichte

Die Geschichte der Katzenmusik

1872
Junge Villinger, die als Soldaten aus dem deutsch-französischen Krieg 1879/71 in ihre Heimatstadt zurückkehren, finden sich zu kleinen Musikgruppen zusammen, um auf ihre Art Fasnet zu machen. Die bekannteste dieser Gruppen wird von Malern der „Maierschen Uhrenschildmalerei“ (heute „Neue Tonhalle“) gebildet, die 1872 erstmals auftritt. Sie spielt unter Führung eines Herrn Lang als „Langsche Kapelle“ gelegentlich auf Hochzeiten, an Pfingsten, Kirchweih und eben auch an Fasnet. Weil sie an Fasnet so grässlich schöne Musik macht, nennt sie das närrische Volk bald Katzenmusik. Die Langsche Kapelle übernimmt in den folgenden Jahren am Fasnetmentig das Wecken und findet immer mehr Anhänger unter Jung und Alt. Auf diese Weise ist es den finanziell schwächer gestellten Bürgern, die in der Narrozunft nicht Fuß fassen können,  dennoch möglich, Fasnet zu machen. Nach Auflösung der Langschen Kapelle übernimmt die Kunersche Kapelle das Wecken am Fasnetmentig. Nach und nach schließen sich der Kapelle Gruppen an, die kommunalpolitische oder auch persönliche Begebenheiten während des Umzuges darstellen. Vielleicht zur Verhöhnung des „Preußen-Reiches“, vielleicht aber auch zum eigenen Schutz wird eine militärisch uniformierte Zugpolizei geschaffen

1882
Ordnungsgemäße Versammlung im „Felsen“ in der Gerberstraße mit Katzenmusikmarsch.
Anzeige aus „Der Schwarzwälder“ 16.02.1882

1887
Villinger Frauen und Jungfrauen stiften der Katzenmusik ihre erste Fahne. Seit dieser Zeit führt ein Tambourmajor den Umzug an, gefolgt von Trommlern, Pfeiffern und der Fahne. Abschluss des Umzugs war um 12.00 Uhr auf dem Latschariplatz.

1900
Der Fröhlichkeitsverein stiftet der Katzenmusik eine neue Fahne, da die Alte schon sehr stark abgenützt und verwittert war. Innerhalb der Katzenmusik besteht seit einigen Jahren eine Zuggesellschaft, die vereinsintern alles Organisatorische für die Fasnet festlegt.

1921
Die Katzenmusikzeitung erscheint zum ersten Mal.

1914 – 1918
In Villingen ruht die Fasnet.

1920
Die Altkatzenmusiker Norbert Mauch, August Marinoni, Andreas Heinzmann, Johann Baptist Mauch, Wilhelm Axtmann, August Axtmann, Karl Seemann und Karl Rinderspacher gründen zusammen mit zahlreichen „Ehemaligen“ den „Katzenmusikverein Miau“ neu. Von nun an ist der erste Vorsitzende des Vereinsvorstandes gleichzeitig Generalfeldmarschall und führt den Umzug an.

1926
Mit Mitteln aus der Vereinskasse und Spenden von Mitgliedern und Gönnern wird eine neue Fahne, die dritte, angeschafft. Der Kunstmaler Karl Friedrich Kaiser hat sie entworfen und gemalt. Mit dem neuen Wahrzeichen beginnt ein neuer Zeitabschnitt in der Vereinsgeschichte.

1927
August Marinoni wird zum Generalfeldmarschall gewählt, Karl Fleig ist sein Stellvertreter

1927 – 1935
Die Umzugsfolge wird neugeordnet, Prinz Karneval reitet hoch zu Ross im Umzug mit. Der Wagenbau wird unter Karl Fleig zentralisiert, die einzelnen Wagengruppen brauchen ihre Wägen nicht mehr in Einzelregie zu bauen.

1929
Der bis heute gültige, von Kunstmaler Karl Kaiser entworfene,  Zeitungskopf der Katzenmusikzeitung erscheint zum ersten Mal.

1932
Beschluss zur Schaffung eigener Orden in verschiedenen Klassen. Die Verleihung erfolgt am Unterhaltungsabend bzw. am Fasnetmentig auf dem Latschariplatz. Kunstmaler Karl Kaiser entwarf die verschiedenen Auszeichnungen

1935
Ludwig Rapp wird zum Generalfeldmarschall gewählt. Karl Fleig ist sein Stellvertreter

1936
Die Jugendkapelle der Stadtharmonie nimmt erstmals am Katzenmusikumzug teil.

1933 – 1939
Die Katzenmusik distanziert sich vom Einfluss der braunen Machthaber und gestaltet ihre Fasnetumzüge weiterhin nach eigenen Ideen. Dank der Flexibilität von Generalfeldmarschall Ludwig Rapp kommt der Verein mit den Machthabern einigermaßen zurecht und riskiert trotz eingeschränkter Meinungsfreiheit immer wieder unter der Narrenkappe mehr als üblich, ein offenes Wort.

1939 – 1945
In Villingen ruht die Fasnet.

1947
Der Katzenmusikverein wird mit Genehmigung der französischen Militärregierung neu gebildet. Der Generalfeldmarschall der Villinger Katzenmusik ist der deutschlandweit einzig anerkannte militärische Befehlshaber, darf aber an Stelle seines Degens nur einen Besen aus Reisig tragen. Erstmals nach Kriegsende tritt die Katzenmusik wieder mit einem Umzugswagen an die Öffentlichkeit

1949
Nach zehnjähriger Pause zieht die Katzenmusik am Fasnetmentigmorge wieder in die Stadt ein

1950
Die Stadtharmonie nimmt erstmals in voller Stärke am Katzenmusikumzug teil.

1952
Ludwig Rapp tritt nach 17 Jahren als Generalfeldmarschall aus gesundheitlichen Gründen zurück, Hermann Ummenhofer wird zum Generalfeldmarschall gewählt. Zum 80- jährigen Vereinsjubiläum wird dem Generalfeldmarschall eine Katzenmotter zur Seite gestellt. Da Hermann Ummenhofer nicht reiten konnte, wird der Galawagen für die gesamte Vorstandschaft eingeführt.

1952
Katzenmusik, Narrozunft und Glonki-Gilde schließen sich zu der Zuggesellschaft zusammen und gestalten seit dieser Zeit, mit vielen weiteren Vereinen, den großen Umzug am Fasnetdienstag

1953
In der Vorstandschaft werden Kommissionen für Wagenbau, Unterhaltung, Zeitung und Ordensverleihung gebildet. Schaffung einheitlicher Kostüme für Umzüge und Bälle

1954
Eintragung des Vereins ins Vereinsregister mit Vereinssatzung

1958
Erstmals Anfertigung des Kostüms für den Kater mit Buch, Laterne und Eule. Als Vorlage diente der im Zeitungskopf abgebildete Kater Miau. Erstmals Befreiung des Katers aus dem Romäusturm anstelle der Fasnetsuche.

1964
Rudi Streit textet das Katzenmusiklied

1968
Karl Strittmatter wird zum Generalfeldmarschall gewählt.

1971
Der Katzenmusikverein veranstaltet zum ersten Mal ein Waldfest am Aussichtsturm

1972
Heinz Glunz wird zum Generalfeldmarschall gewählt.

1973
Einweihung der Katzenmusikhalle, das Jahrhundertprojekt des Vereins. Im Laufe der Zeit Einbau der Kleiderkammer, Toiletten, Werkstatt, Aufenthaltsräume, des Archivs und 1990/1991 Erweiterung nach östlicher Seite. Das Waldfest wird als Sommerfest 1973 in die Halle verlegt

1980
Wolfgang Blessing wird zum ersten Präsidenten der Katzenmusik gewählt. Er hat dieses Amt bis 1991 inne.
Alfons Moser wird zum Generalfeldmarschall gewählt.

1988
Thomas Moser übernimmt die Regie der Katzenmusikbälle

1991
Heinz Gabriel wird zum Generalfeldmarschall gewählt. Wegen des Golfkrieges fällt die Fasnet in Villingen aus.

1999
Die Katzenmusik baut die Wagen für den Festumzug der Tausendjahrfeier Villingens und beteiligt sich bei der Bewirtung.

2003
Die Katzenmusik beteiligt sich beim Unterhaltungsprogramm des Landesturnfestes mit der Durchführung von 5 Spielen für Jung und Alt.

2005
Heinz Klingele wird als Nachfolger von Heinz Gabriel zum Generalfeldmarschall gewählt

2006
Nach 15 Jahren Vakanz wird das Präsidentenamt wieder besetzt.  Der Villinger Unternehmer Christoph Hess, der sich stark für die Villinger Fasnet  engagiert, wird gewählt

2006
Die Katzenmusik beteiligt sich am Landesmusikfest.
September: Einweihung der restaurierten Henybogenuhr. Gleichzeitig Vorstellung der DVD- 100 Jahre Katzenmusik – Jubiläumsumzug aus dem Film von Herbert Schroff.

2008
Dominik Schaaf und Thomas Streit übernehmen die Regie für den Katzenmusikball

2009
Teilnahme am ersten Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz

2010
Die Katzenmusik schafft für die Jugend des Vereins eine neue Figur nach alten Vorlagen ; „D‘ Katzerolli“

Die Katzenmusik beteiligt sich beim großen Stadtfest anlässlich 200 Jahre Stadtmusik und Bürgerwehr Villingen

2011
Um ganzen Familien die Teilnahme am Katzenmusikumzug zu ermöglichen, wird dem jungen Katzerolli ein erwachsener Kater nach einer alten Vorlage von Karl Kaiser hinzugegeben

2012
Um die neue Familiengruppe zu vervollständigen, wird eine weibliche Figur zu den neuen Katzenrolli hinzugefügt.

2013
Christoph Hess wird als Nachfolger von Heinz Klingele zum Generalfeldmarschall gewählt. Heinz Klingele wird zum Ehrengeneralfeldmarschall ernannt.

Die Katzenmusik beteiligt sich am großen Stadtfest „9am Münster“ gemeinsam mit 9 anderen großen Vereinen auf dem Münsterplatz.

2015
Dominik Schaaf wird Nachfolger als Generalfeldmarschall von Christoph Hess.

2016
Die Katzenmusik beteiligt sich zum 2. mal am großen Stadtfest „9am Münster“ gemeinsam mit 8 anderen großen Vereinen auf dem Münsterplatz.